PD
Dr. Stephan Michael Schröder
Weiße Wiedergängerkunst, schwarze Buchstaben. Zur Interaktion
von dänischer Literatur und Kino bis 1918
Kontakt:
www.smschroeder.de
Abstract:
Die Habilitation untersucht die vielfältigen Relationen zwischen
der dänischen Literatur und einem als kulturelle Praxis verstandenen
Kino, wobei zwei historisch distinkte Phasen herausgearbeitet
werden: Zum einen eine Phase bis 1909, die vor allem durch die
produktive, komparatistisch äußerst frühe Rezeption
des Kinos in Texten von Autoren wie Johannes V. Jensen oder Sophus
Claussen charakterisiert ist, zum anderen eine Phase von 1909
bis 1918, also das sog. 'Goldene Zeitalter' des dänischen
Films, als dieser große internationale Bedeutung genoß.
In dieser Phase wird die ästhetische Relation zwischen Kino
und Literatur reziprok, weil aufgrund des mittlerweile sich als
Norm etablierten narrativ-fiktionalen Films eine direkte Mitwirkung
der literarischen Intelligenz als Narrationsproduzent in der Filmproduktion
möglich wurde. Untersucht werden in diesem Zusammenhang auf
der Basis international einzigartiger Quellen u.a. die dänische
Entstehung des Genres Drehbuch und seine Autoren. Eine Analyse
der Diskurse der dänischen Kinodebatte sowie der Reflexion
des Kinos in der dänischen Literatur 1909 bis 1918 mündet
abschließend in eine Diskussion der spezifischen Öffentlichkeit
des Kinos und dessen Korrelation mit zeitgleichen parteipolitischen
Öffentlichkeitskonzeptionen. Umfangreiche biographische,
statistische und quellenreproduzierende Anhänge beschließen
die Arbeit.
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