Herbert Wäckerlin Die
Transmission der Sigurdar saga thögla vom Spätmittelalter
bis
zur Neuzeit. Text ? Erzählung ? Medium
Kontakt:
Herbert.Waeckerlin@access.unizh.ch
Abstract:
Mein
Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit einer neuphilologischen
Betrachtung von Textüberlieferung. Die isländische 'Saga
von Sigurd dem Schweigsamen', eine populäre Märchensaga,
soll durch sämtliche 61 Handschriften in all ihren Aktualisierungen
in
Sagaform verfolgt werden. Die Rímur-Transmission in weiteren
39 Handschriften wird vorerst ausgeklammert. Von den verschiedenen
Kontexten, die den Analysen zur zeittiefen Transmission zugrundeliegen,
möchte ich vor allem auf die von mir provisorisch so genannte
'Rhizomatische Transmission' von Textmarginalien im weitesten
Sinn? oder 'Benutzerspuren'? eingehen. Da mich nicht nur narrative
Entwicklungen (Additionen, Neufassungen, Weglassungen von Episoden
etc.) interessieren, sondern auch die in den jeweiligen Handschriften
hinterlassenen 'Fluchtlinien' der Makulatur-, Marginalien- und
Fülltexte, die nicht notwendigerweise in semiotischem Zusammenhang
zur Erzählung selbst stehen, stellt sich die Frage nach den
unterschiedlichen Diskursverknüpfungen dieser sehr unterschiedlich
gearteten Benutzertexte, die mithin als Transmissionsparasiten
betrachtet werden können. Mit 'Benutzer' meine ich immer
auch die 'zweite Hand' des Schreibers, also der kommentierende,
korrigierende
Schreiber, ob dies nun dieselbe Person ist oder nicht. Allerdings
liegt ein grosser Teil meines Augenmerks auf Fülltexten auf
leeren Seiten, marginale Reimstrophen, die nicht den Erzählkontext
kommentieren, Namensnennungen, palimpsierte Brieftexte und ähnliches.
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