Dr.
Thomas Mohnike
Imaginierte Geographien.
Der schwedischsprachige Reisebericht der 1980er und 1990er Jahre
und das Ende des kalten Krieges.
Kontakt:
mohnike@skandinavistik.uni-freiburg.de
Disputation:
02.08.2006 an der
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Abstract:
Mit dem Ende des Kalten Krieges und der Krise des Wohlfahrtsstaates
setzten in Schweden Prozesse der Neuverortung ein – und
dies im wörtlichen, d.h. geographischen Sinne. Sah man Schweden
zuvor als neutralen Beobachter zwischen den beiden politischen
Blöcken und die eigene Gesellschaft als idealen Kompromiss
der beiden konkurrierenden Welten, so war dies nach 1989 so nicht
mehr möglich. Das kollektiv Eigene wurde nun immer stärker
als Teil eines Europäischen verstanden. Diese Prozesse der
Neuverortung möchte ich beispielhaft im Genre des Reiseberichtes
skizzieren. Denn: Das Bereisen des als anders oder fremd Imaginerten
ist immer eine Antwort auf die Strukturen der als Eigen imaginerten
Ordnungen; oder andersherum: ein in den als eigen imaginerten
Strukturen erfahrener Mangel provoziert das Bereisen der Anderen
als Antwort auf ihn. Der Reisebericht ist deshalb ein genuines
Medium der Verhandlung von Identiät und den damit einhergehenden
geographischen und kulturellen Alteritäten.
http://www.skandinavistik.uni-freiburg.de
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